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Testphilosophie



Wenn es um Wertungen geht, sind wir alle große Fans von Zahlen: Sie können unsere besten Freunde sein und uns die eigentlich schon getroffene Kaufentscheidung noch schnell bestätigen. Oder sie sorgen dafür, dass ein Spiel überhaupt erst unsere Aufmerksamkeit erhält. Zeit ist schließlich begrenzt, da möchte man sich ungern mit Durchschnitt aufhalten.

Die Crux mit der Subjektivität


Aus diesem Grund werden auf dieser Seite – zumindest zunächst – ausschließlich unsere Favoriten einen Test erhalten. „Die besten Brettspiele“ ist immerhin ein Name, der verpflichtet. Ihr könnt euch also sicher sein, dass die Spiele, die hier besprochen werden, zumindest das Potential haben, großen Spaß zu machen. Potential ist dabei ein ganz wichtiger Begriff, denn die Wertungen sind natürlich subjektiv. Zwar entscheidet über keine Zahl eine Person alleine, aber es ist durchaus möglich, dass wir von einem Spiel begeistert sind, mit dem ihr dann später nichts anfangen könnt. Und weil das keiner will, sollte man neben der Wertung auch immer den Test selbst betrachten.

Alle Infos finden sich im Text


Dort beschreiben wir das Spiel, die wichtigsten Regeln und gehen auf Mechanismen, Aufmachung und Spielspaß ein. Jedes der besprochenen Spiele ist dabei zumindest einige Male gespielt worden, damit auch der Langzeitspaß abgeschätzt werden kann. Für die Lesefaulen findet sich am Ende eines Textes dann auch immer ein Kurzfazit, das die wichtigsten Punkte noch einmal aufgreift. Zahlen sind schön, aber sie sind relativ begrenzt, wenn es darum geht, Begeisterung auszudrücken, oder kritische Zwischentöne zu transportieren.

Die Wertungskategorien und was sie bedeuten


Jedes Spiel wird bei uns in vier Wertungskategorien eingeordnet: Strategie/Taktik, Interaktion, Anleitung/Material und Spielspaß. Diese Kategorien sollen im Folgenden kurz erläutert werden:

Strategie/Taktik

Spricht das Spiel den weitsichtigen Planer oder den gewieften Taktiker in uns an? Sind wesentliche Elemente des Spiels abhängig von den Entscheidungen, die ich getroffen habe? Dann kann es hier mit einer hohen Wertung rechnen. Je weniger Glück sich im Spiel findet, je mehr verschiedene Wege es zum Ziel gibt und je komplexer die Aktionen ineinandergreifen, desto höher fällt die Wertung dabei aus. Diese Spiele fordern mich heraus, optimale Wege ans Ziel zu finden und gleichzeitig genug Anpassungsfähigkeit zu besitzen, diesen Weg abhängig von den Aktionen meiner Mitspieler zu variieren.

Interaktion

Wenn wild Karten gehandelt und getauscht werden, sich die Spieler gegenseitig Geschichten erzählen und Bilder zeichnen müssen, oder auch das Römische Reich auf dem Spielbrett in die Städte und Dörfer der Germanen einfallen darf, dann ist das Spiel interaktiv. Die entscheidende Frage ist aber: Wie zentral ist die Interaktion für den Spielmechanismus? Wenn das Spiel mir zwar alle Möglichkeiten bietet, in Realität aber dann doch jeder nur für sich spielt, bekommt es trotzdem keinen hohen Interaktionswert. Ein Spiel wie Bohnanza zum Beispiel, das ohne Handeln und Tauschen überhaupt nicht funktioniert, wäre als Kandidat wie gemacht für eine sehr hohe Punktzahl.

Anleitung/Material

In dieser Kategorie werden Spielbarkeit und Atmosphäre bewertet. Wenn die Anleitung gravierende Mängel aufweist und für ein reibungsloses Spiel online recherchiert werden muss, gibt es dafür keine Punkte. Ist sie aber so gut strukturiert, dass jede auftauchende Frage in wenigen Sekunden beantwortet werden kann (wenn sie überhaupt erst gestellt wird), ist auch eine entsprechende Wertung zu erwarten. Gleiches gilt für das Material – billige Pappe, hässliche Grafiken oder auch bloß ein Würfel für geplante zehn Spieler sind echte Wertungskiller. Diese Kategorie ist zweigeteilt zu sehen: Hat ein Spiel zwar großartiges Material, aber eine schlimme Anleitung, kann es trotzdem nicht über 50 Punkte kommen.

Spielspaß

Was nützen die schönsten Mechanismen, die herrlichsten Grafiken oder die größte Interaktion, wenn das Spiel am Ende einfach keinen Spaß macht? Genau, nichts. Entsprechend ist die Spielspaßwertung praktisch die Königsdisziplin. Wenn ein Spiel hier gut abschneidet, kann man sich darauf verlassen, dass es – auch wenn das jetzt überraschend kommt – Spaß macht. Spielspaß ist für ein Brettspiel die wichtigste und die entscheidende Kategorie. Folgerichtig entspricht diese dann auch der Endwertung.

Es gilt also: Gerne den Text oder zumindest das Fazit lesen und dann genüsslich die Zahlen studieren. Und wenn nur Zeit für die Zahlen bleibt, daran denken, dass diese durchaus lügen können. In diesem Sinne viel Spaß beim Lesen unserer Testberichte!