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Gepostet by on 13.12.2014 in Allgemein, Strategiespiele, Thematisches Spiel | 12 Kommentare

Hyperborea

Hyperborea

Test – Erkunden, erobern, kultivieren


Der Bogenschütze schaut grimmig, einen Pfeil entschlossen an die Sehne gelegt. Zu seiner Rechten ein Krieger in gewaltiger Rüstung und ein junger Paladin, bereit seinen Hammer für die gerechte Sache niederfahren zu lassen. Links leuchtet der Zauberstab der Magierin in purpurnen Farben, während Schamane und Krummsäbelkämpfer die bunte Truppe im Hintergrund vervollständigen. Fantasy in Reinform, ein Versprechen auf verwunschene Welten, auf Kampf, Helden und Magie.

Direkt zum Fazit
Direkt zur Wertung

Auch wenn der Schachtelaufdruck mit seiner dargestellen Szene genau das zu versprechen scheint, soll hier ganz direkt die Warnung ausgesprochen werden: Hyperborea ist kein themenzentriertes, sogenanntes „Ameritrash-game“ (neuerdings werden diese Spiele sprachlich korrekter als „thematic games“ bezeichnet), sondern in seinen Grundzügen ein waschechtes Eurogame – mechanismusbasiert und mit einem sehr geringen Glücksfaktor. Dem Thema entsprechend gibt es zwar Ausbreitung und Kampf, aber sie sind keine notwendigen Elemente des Spiels.

Das Setting: Es war einmal…


Die Welt Hyperborea war einige Jahrhunderte vor den Ereignissen des Spiels Augenzeuge einer Katastrophe, als die Gier nach magischen Kristallen dazu führte, dass Menschen und Königreiche in einer gewaltigen Energieexplosion vernichtet wurden. Weise Magier hatten dies kommen sehen und, als ihre Warnungen in den Wind geschlagen wurden, eine magische Barriere um die Randgebiete Hyperboreas errichtet. Verschont von dem Unglück entwickelten sich sechs grundverschiedene Zivilisationen, bis das plötzliche Zusammenbrechen der Barriere einen Kampf um die Vorherrschaft über das neue, alte Reich entfesselte.

Auf zu neuen Ufern


Die 2-6 Spieler beginnen das Spiel mit einer zu erkundenden Welt noch umgedrehter Hexfelder. Durch das Bewegen von Spielfiguren wird der Nebel gelichtet und die Karte von Hyperborea nach und nach komplett aufgedeckt, der Untertitel auf der Schachtel „erkunden – erobern – kultivieren“ findet hier seine Entsprechung. Das eigentliche Spiel findet allerdings nicht auf der Karte, sondern auf den Tableaus der Spieler statt – und in einem Sack voller Steine.

Hyperborea Brettspiel

Bagbuilding in Hyperborea


Es gibt eine Vielzahl an sogenannten Deckbuilding-Spielen. Dominion ist der derzeit wahrscheinlich bekannteste Vertreter dieses Genres. Prinzipiell geht es dabei darum, den eigenen Kartenvorrat aus einer großen Auswahl an vorhandenen Karten so auszuwählen, dass daraus perfekte Synergieeffekte für die entsprechende Strategie entstehen. Hyperborea führt dieses Prinzip nun als „Bagbuilding“ fort, indem die für Aktionen nötigen Zivilisationswürfel nach und nach in individueller Zahl und Farbe im Beutel des jeweiligen Spielers einen Platz finden.

Jeder Spieler beginnt das Spiel mit einem Würfel in jeder Farbe und einem zusätzlichen seiner Wahl. Dabei hat jede der sechs Farben eine grundsätzlich verschiedene Bedeutung: grün benötigt man vor allem zum Erkunden, rot für Kampf, violett für Wachstum, orange für neue Würfel, gelb für Handel, bzw. Siegpunkte und blau für Wissenschaft.

Auf den Spielertableaus sind jeder Farbe zwei entsprechende Aktionen zugeordnet. Im grünen Bereich gibt es zum Beispiel die Aktion „Bewegen und neue Spielfigur einsetzen“, die einen grünen und einen violetten Würfel kostet. Die zweite Aktion im selben Bereich kostet neben dem grünen Würfel einen Spielstein beliebiger Farbe. Nach genau diesem Prinzip je einer speziellen und einer allgemeinen Anforderung sind alle sechs Aktionsbereiche aufgebaut. Wer also auf Ausbreitung setzen möchte, sollte dafür sorgen, eine ausreichende Zahl violetter Würfel im Säckchen zu haben.

Ablauf einer Runde und Spielprinzip


Jeder Spieler beginnt seinen Zug mit drei Würfeln, die er am Ende seiner letzten Runde aus seinem Beutel gezogen hat. Jeder Würfel kann dabei auf ein gleichfarbiges oder buntes Aktionsfeld gesetzt werden. Erst wenn ein Aktionsfeld voll ist, in den meisten Fällen also zwei oder drei Würfel darauf platziert sind, darf die Aktion durchgeführt werden. Es spricht also nichts dagegen, Aktionen bloß vorzubereiten, alle drei Würfel etwa auf verschiedene Aktionsfelder zu setzen und diese später zu vervollstänigen. Hyperborea erlaubt dabei, jederzeit einen Blick in den Beutel zu werfen. Der Inhalt ist also immer bekannt und erlaubt genaues Planen (Update: Dass man in den Beutel schauen darf, wurde mir zwar in Essen so erklärt, allerdings nachträglich in den offiziellen FAQs ausgeschlossen – die Anleitung hatte es offen gelassen. Wir haben es trotzdem als sinnvolle Hausregel beibehalten).

Aktionen können dann in beliebiger Reihenfolge durchgeführt werden. Hat ein Spieler etwa eine Aktion ausgelöst, die ihm Bewegen und Ausbreiten erlaubt und eine, die Bewegen und Kämpfen bedeutet, kann er erst eine Figur einsetzen, diese dann zwei Felder verschieben und sofort eine feindliche Miniatur ausschalten. So funktioniert übrigens generell der Kampf in Hyperborea: ohne Würfeln, ohne Verteidigung – schlicht und simpel. Nur durch das Legen von Festungen können Figuren und Felder geschützt werden. Da diese allerdings bereits nach einer Runde wieder vom Spielplan genommen werden, wurden sie in unseren bisherigen Partien fast nie gesehen.

Forschung für mehr Aktionsvielfalt


Neben den auf dem Spielertableau abgebildeten Aktionen, die für alle Farben dieselben sind, können Spieler in Hyperborea nach und nach spezielle Technologien erwerben, die oftmals mächtige Effekte ermöglichen. Mit diesen Karten können Strategien weiter individualisiert werden, denn 64 verschiedene Technologien befinden sich im Spiel, acht liegen jederzeit aus. Der einzige Nachteil: Mit jeder erworbenen Karte wandert ein grauer Würfel in den Bestand des Spielers und blockiert später den Aktionsfluss. Zwar gibt es auch Karten, auf denen graue Steine einsetzbar sind, deren Effekte sind allerdings häufig ein wenig schwächer.

Gelände und Geister – der Spielplan


Vor jedem Spiel werden die einzelnen Felder des Spielplans aus einem wirklich großen Vorrat gezogen. Das alte Reich von Hyperborea sieht entsprechend in jedem Spiel völlig anders aus. Aufgedeckt zeigt der Spielplan verschiedene Geländetypen – Ödland, Sumpf, Wald und Gebirge. Jedes Terrain hat seine Besonderheiten: so benötigt man etwa einen zusätzlichen Bewegungspunkt um eine Figur in einen Wald zu bewegen, während das Hinausziehen ohne zusätzliche Kosten abläuft.

Außerhalb der Heimatländer der Spieler birgt die Welt von Hyperborea auf jedem Geländefeld neutrale Städte, Ruinen mit alten Schätzen oder sogar beides – und eine Menge Geister, die in den alten Gemäuern spuken. Um die Boni der Felder zu beanspruchen, müssen diese zunächst (für Siegpunkte) angegriffen werden, danach bewegt man die Figur einfach mit einer freien Aktion in eine Stadt oder eine Ruine hinein und macht sie damit zunächst für gewisse Zeit bewegungsunfähig. Dafür stehen den Spielern nun direkt neue Aktionen zur Verfügung: So gibt eine Stadt eventuell die Möglichkeit, zwei weitere Bewegungspunkte einzusetzen, einen neuen Würfel aus dem Beutel zu ziehen oder auch einfach einen direkten Siegpunkt. Dasselbe gilt für die Effekte der Ruinen – nur, dass man hier Plättchen zieht und die Effekte nicht direkt nutzen muss.

Abnutzungskampf um Hyperborea oder Koexistenz?


Einige Regeln führen dazu, dass kein Spieler dazu angehalten wird, gezielt gegen eine andere Farbe vorzugehen. Zum einen ist das attraktivste Feld in der Mitte des Spielplans, zum anderen kann jeder Spieler die Zahl seiner Gefolgsleute zu Beginn seines Zuges immer auf drei auffüllen, sollten es zu dem Zeitpunkt weniger sein. Letztens bekommt ein Spieler nur für den ersten geschlagenen gegnerischen Gefolgsmann einen Siegpunkt. Erst wenn er ein komplettes Set vervollständigt hat, bedeutet jede weitere besiegte Spielfigur einen weiteren Punkt. Das ist intelligent gelöst und führt zu einem zumeist relativ friedlichen Zusammenleben in Hyperborea.

Reset und Spielende


Wenn der Beutel eines Spielers am Ende seines Zuges leer ist, führt er den sogenannten Reset durch. Das heißt, dass alle Würfel, die auf Karten und Aktionsfeldern liegen, zurück in den Beutel wandern und alle Gefolgsleute wieder aus Städten und Ruinen hinausbewegt werden dürfen. Alle Boni dieser Felder sind nun erneut nutzbar. Dadurch ist der Reset eins der wichtigsten Spielelemente in Hyperborea und es hat sich gezeigt, dass weniger Würfel im Beutel oft mehr sind, da dies einen häufigeren Reset erlaubt.

Das Spiel ist beendet, wenn – je nachdem ob das kurze, das mittlere, oder das lange Spiel gespielt wird – eine, zwei oder alle drei der folgenden Endbedingungen erfüllt sind: Ein Spieler erreicht zwölf Siegpunkte durch gelbe Kristalle, hat alle Gefolgsleute eingesetzt oder erwirbt die fünfte Technologiekarte. Alle anderen Spieler haben danach noch einen Zug, bevor ausgewertet wird.

Anleitung und Material


Im Lauf der Jahre sind viele, viele Anleitungen durch meine Hände gegangen und leider ist die von Hyperborea eine der schlechtesten, die mir je untergekommen ist. Symbole werden teilweise nicht erklärt, viele Dinge unklar und Fragen offen gelassen. Zudem wurde nachträglich eine wichtige Regel geändert, die das Spiel potentiell sehr langweilig hätte werden lassen: So war es zunächst erlaubt, bei einem Reset die Würfel auf nicht vervollständigten Technologien liegen zu lassen. Erfahrene Spieler konnten das ausnutzen und einfach jede Runde resetten.

Die neuen Regeln wurden mir zum Glück auf der Spielemesse in Essen erklärt und alle Antworten auf meine Fragen konnte ich online recht schnell finden – die Autoren selbst zeigten sich hier auch sehr bemüht. Das ändert allerdings nichts daran, dass die Regeln sich trotz ansprechender Aufmachung in einem katastrophalen Zustand befinden. Volle Punktzahl hingegen beim Material: Detaillierte Miniaturen (keine Pappaufsteller!), dicke Pappe, schöne Grafiken, Holzwürfel, Stoffbeutel, und, und, und. Die Packung ist nicht nur wirklich groß, sondern auch wirklich gut und hochwertig gefüllt.

Fazit – wie gut ist Hyperborea?


Hat man sich die Regeln erst einmal zusammengesammelt sind sie einfach, logisch und funktionieren extrem gut. Wer mag, kann mit einzigartigen Eigenschaften für jede Zivilisation spielen und so die Vielseitigkeit noch erhöhen, aber auch ein Spiel mit gleichen Ausgangsbedingungen ist dank variabler (doppelseitig bedruckter) Heimatländer ohne Weiteres möglich. Durch die Technologiekarten und die Möglichkeit, den privaten Würfelvorrat individuell aufzubauen, gibt es immer wieder völlig neue Strategien und die Möglichkeiten zum Ausprobieren erscheinen relativ grenzenlos.

Das eigentlich zentrale Element des Spiels, das Bagbuilding, muss sich allerdings erst noch beweisen. Zu attraktiv wirkt die Möglichkeit, mit einem extrem kleinen Würfelvorrat ständig zu resetten und die besten Aktionen und die Boni der Städte auf dem Spielplan möglichst oft durchzuführen. Nur für den Käufer vieler Technologiekarten erscheint es wirklich sinnvoll, den Beutel aufzufüllen, um die Anzahl der grauen Würfel zu relativieren. Dass die Würfel am Ende des Spiels viele Siegpunkte bringen, ändert daran nicht viel, da man die Möglichkeit hat, den Würfelnachschub aufzustauen und erst verzögert durchzuführen. In den letzten Spielen kam es dadurch erst in der letzten Runde zu einem drastischen Anwachsen der Beutelinhalte.

Nichtsdestotrotz ist Hyperborea ein toller Hybrid aus Eurogame mit interessantem Mechanismus und themenfokussiertem Spiel mit viel Interaktion auf dem Spielfeld. Wenn man so wollte könnte man sagen, dass das Spiel die Stärken zweier Genres vereint. Wem etwa Eclipse gefällt, der kann bei Hyperborea bedenkenlos zugreifen und wird mit einer abwechslungsreichen und innovativen Spielerfahrung belohnt.

Hat dir diese Rezension gefallen? Sag uns gerne in den Kommentaren deine Meinung – wir freuen uns riesig über Lob, Anregungen und Kritik.

Hyperborea - die Wertung

Hyperborea - die Wertung
8.5

Strategie/Taktik

9/10

    Interaktion

    8/10

      Anleitung/Material

      5/10

        Spielspaß

        9/10

          Pro

          • - Kombination aus tollem Mechanismus und thematischem Spiel
          • - Verschiedene Völker, Geländeplatten etc. sorgen für einen hohen Wiederspielreiz
          • - Von reiner Forschung bis zu Erkunden und Kampf komplett verschiedene Spielweisen möglich
          • - Bagbuilding als innovative Idee

          Contra

          • - Sehr schlechte Anleitung
          • - Lesen der offiziellen Errata notwendig
          • - Reset eventuell als Mechanismus zu einflussreich

          12 Kommentare

          1. Ich finde die Rezension sehr gelungen und kann man mich alldem nur anschließen. Insbesondere die Wertungen kann ich mehr als nachvollziehen. Das Reset scheint teilweise zu entscheidend, insbesondere wenn man die Würfel durch Fähigkeiten schnell nachziehen kann. Dem kann man jedoch auch entgegenwirken, wenn man extrem schnell und aggressiv auf der Karte auftritt. Dann kann auch ein Reset mal länger dauern.

            Die Anleitung ist wirklich schlecht und wurde wohl kurz gehalten, damit sie nicht abschreckt, aber es bleiben viele Fragen offen.

            • Hallo Kilian,
              vielen Dank für dein Feedback. Ich denke auch, dass es Möglichkeiten gibt, mit einem langsamen Resetzyklus zu gewinnen und habe das auch schon gesehen. Das Spiel muss auf jeden Fall mal wieder auf den Tisch kommen.. :)

          2. Erst einmal muss ich sagen, sehr sehr schöne Seite! Macht echt Spaß, sich hier umschauen. Und vor allem ist sie sehr flott! :-)

            Zum Test: Das Spiel macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Wir werden es wohl auf unserem Portal für Spiele für zwei Spieler ebenso vorstellen.

            Mach bitte weiter so mit der Seite. Wir freuen uns auf mehr Beiträge! :-)

            • Moin David,
              danke dir für dein Lob, da weiß man dann immer, dass die Mühe sich lohnt. Weitere Beiträge sind auf jeden Fall schon in der Pipeline :). Nebenbei finde ich ja schön, dass du die Ladegeschwindigkeit erwähnst. Für die mache ich auch was ich machen kann, einfach weil mich lange Ladezeiten persönlich beim Surfen immer sehr nerven. Hohe Geschwindigkeit ist mir auch direkt auf eurer Seite aufgefallen, so muss der Hase laufen.

          3. Hallo Christian, danke für diese tolle Seite! Vielleicht kannst du mir bei ein oder zwei Unklarheiten bezüglich der Spielregel weiterhelfen?
            Ist es möglich, das Bonusplättchen für alle Miniaturen wieder zu verlieren, wenn man vom Gegner angegriffen wird und dadurch wieder Miniaturen verliert?
            Wir haben es so gespielt….
            Und dann bei der Spionage: Wenn ich damit die gegenerische Technologie Musterung kopiere – muss ich davor selbst eine Basistechnologie zum Generieren einer Miniatur spielen, um die Musterung kopieren zu können? Das erschien uns logisch.

            Leider wurden die Karten nirgends näher erläutert – das wäre hilfreich gewesen.

            • Hallo Dagmar, vielen Dank erst einmal für dein Lob, freut mich sehr, dass die Seite dir gefällt :).

              Ja die Anleitung ist leider, wie ja schon in der Kritik geschrieben, sehr schlampig – die offizielle FAQ beläuft sich nicht umsonst mittlerweile auf 4 Seiten. Da bleiben natürlich eine Menge Fragen offen.
              Zu 1. Wie ich die Regeln verstehe, ist es nicht möglich das Bonusplättchen wieder zu verlieren. Ich bin mir sehr sicher, dass diese Möglichkeit sonst ausdrücklich erwähnt wäre. Beispielsweise würde es dann nach Erfüllen der Siegbedingungen laut Anleitung nicht noch eine Runde geben, sondern noch eine Runde, in der die anderen Spieler den Sieg und das Spielende noch verhindern können. Völker wie lila, die sich schnell ausbreiten können, hätten dann außerdem gegenüber Völkern, die auf Technologiekarten oder Edelsteine bauen (blau oder gelb), einen unfairen Nachteil.
              2. Hyperborea erlaubt ja ausdrücklich, die Reihenfolge der in einem Zug vervollständigten Technologien völlig frei abzuhandeln. Das würde dann bedeuten, dass es egal ist, ob ich in meinem Zug zuerst eine Technologie mit einem Vermehrungs-Effekt spiele, oder zuerst einen Klonen-Effekt kopiere. Beide Effekte kann ich ja nutzen wann ich will. Auf jeden Fall muss man einen Vermehrungs-Effekt generieren um Klonen zu können, einfach nur “Musterung” auszuspionieren kann deshalb nichts bringen, weil dessen Effekt ja an eine andere Aktion gebunden ist.

              So würde ich die Fragen nach bestem Wissen und Gewissen beantworten, aber Gewähr kann ich dir natürlich leider keine geben. Viel Spaß noch beim Spielen! :)

          4. Wie schon in der Kritik erwähnt müsste man den Bagbuilding Mechanismus einmal ausgiebig testen, solange es jedoch keine Möglichkeit gibt bestimmte Steine zu entsorgen wie bei Dominion ist mit fortschreitender Spieldauer immer mehr der Zufall Herr meiner Aktionen. Der Spielendemechanismus wirkt absolut aufgesetzt, als wäre dem Autor nichts besseres mehr eingefallen und die Regel tut ihr übriges. Wir haben zwar nur zweimal auf der Spielemesse probegespielt die Spielanleitung ist mir damals aber schon aufgefallen. Normal lese ich gern auch mal eine Regel als Bettlektüre, die Regeln von Hyperborea machen allerdings keinen Spaß. Insgesamt finde ich hat man hier zuviel gewollt, alles wirkt irgendwie hineingepresst, einige wenige Änderungen und eine andere Art der Präsentation hätten dem Spiel sicherlich gut getan. Ob Bagbuilding einem gefällt oder nicht muss jeder für sich entscheiden und kann allein sicher nicht als Wertungskriterium herangezogen werden, ich persönlich fand die Beutel bereits bei Village gewöhnungsbedürftig aber zumindest an den richtigen Stellen und mit Sinn eingesetzt.

          5. Vielen Dank für das gewohnt gelungene Review! Nachdem Hyperborea eher ein Geheimtipp geblieben ist (Reviews findet man anderswo kaum): Würdest du Hyperborea auch mit ein bisschen Abstand und ohne den Reiz des Neuen noch als eins der “besten Brettspiele” sehen?

            Hat die geänderte Reset-Regel in der offiziellen FAQ etwas an dem zu starken Reset geändert oder haben sich die Bedenken eventuell zerstreut?

            (FAQ 2.0: boardgamegeek.com/filepage/107159/hyperborea-official-faq)

            • Moin und vielen Dank :).
              Mit ein wenig Abstand und ohne den Reiz des Neuen würde ich eventuell in der Wertung runter auf 8 Punkte gehen. Es ist aber auf jeden Fall ein gutes, sehr interessantes Spiel mit einer hohen Variabilität. Dafür ist es aber auch nicht so ausgereift und “rund” wie etwa ein Marco Polo. Wer aber das Setting mag (wie ich zum Beispiel) bekommt hier durchaus ein tolles Spiel.
              Ich weiß nicht ob es eine neue Auflage mit neu gedruckter Anleitung gibt (ansonsten vor dem ersten Spiel die errata durchlesen), allerdings haben wir von Anfang an mit der geänderten Reset-Regel gespielt und als Mechanismus ist er weiterhin sehr stark. Das liegt daran, dass je nach Strategie gewisse Aktionen mehr Sinn machen als andere und nur ein Reset diese Aktionen wieder zur Verfügung stellt. Entsprechend gibt es in den meisten Strategien wenig Anreize dafür den Beutel wirklich voll zu machen und massiv neue Aktionswürfel dazuzukaufen. Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, mit einer gewissen Sicherheit bestimmte Farben zu ziehen, macht das Bagbuilding aber trotzdem begrenzt immer Sinn. Hyperborea macht wirklich Spaß, fühlt sich sehr “frisch” an und spricht mich persönlich sehr an, es ist aber kein perfektes Spiel.
              Im Zweifelsfall hilft dir wohl nur ein persönlicher Test. Hast du eine Möglichkeit, das Spiel auszuleihen? Ansonsten bietet ja etwa spiele-offensive einen Ausleihservice an, der ist aber leider kostenpflichtig. :)

              • Danke dir für die ausführliche Antwort!

          6. Hallo,
            Danke für die schöne Rezi. Habe mir das Spiel sogar deshalb gekauft und wurde nicht enttäuscht.
            Aber so schlecht fand ich die Regel nicht und viele Dinge aus der Errata sind eigentlich klar….nur der Spionage-Effekt leider nicht.
            Kopiert man nur einen Effekt einer Karte wie es in der Regel steht oder wirklich die ganze Karte?
            Die ganze Karte wäre ja ziemlich mächtig, es sei denn es läuft so, das man seine eigene Karte aktiviert, dann die gesamten Kosten der ausspionierten Karte bezahlt und auch nur dann die komplette Karte nutzen kann.
            Wie läuft es denn genau?

            Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg mit deiner Seite :-)

            Daniel

            • Hallo Daniel und bitte entschuldige, dass dein Kommentar so lange unveröffentlich geblieben ist. Ich habe mich leider schon lange nicht mehr um die Seite gekümmert, die Sache mit der Zeit… :). Jetzt pünktlich zur SPIEL in Essen habe ich aber tatsächlich wieder Luste die eine oder andere Rezension zu verfassen. Mal sehen.

              Vielen Dank dir auf jeden Fall für dein Feedback! Es freut mich sehr zu hören, dass jemand wegen sich unter anderem wegen eines Textes, den ich geschrieben habe, ein Spiel gekauft hat. Da fühle ich mich auf jeden Fall geehrt. Umso schöner, dass du nicht enttäuscht worden bist. Falls du noch keine Antwort auf deine Frage erhalten hast, muss ich leider gestehen, dir auch nicht helfen zu können und kann nur auf boardgamegeek verweisen. Dort sind teilweise die Autoren selbst unterwegs und können bei vielen Fragen endgültige Antworten geben – wenn diese nicht schon längst von jemand anderem gestellt worden sind :).

              Viele Grüße und weiterhin viel Spaß beim Spielen!

              Christian

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