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Gepostet by on 20.05.2015 in Berichte & News | 1 Kommentar

Die Hamburger Spieletage 2015

Die Hamburger Spieletage 2015


Am Himmelfahrts-Wochenende war es wieder soweit, die Hamburger Spieletage öffneten zum bereits siebten Mal ihre Tore und luden Jung und Alt zum gemütlichen Beieinander ein. Aus über 2.000 Spielen konnte der geneigte Spielejunkie dort auswählen, eine stolze Zahl, die nicht nur schön klingt, sondern in Spielen ausgedrückt auch optisch eine ganze Menge hermacht.

Kennt ihr diese Freude, die entsteht, wenn man auf mit Brettspielen überladene Tische schaut, den Blick gleiten lässt und die Augen vor lauter Kartons und Schachteln gar nicht wissen, wohin sie zuerst springen sollen? Dann geht es euch wie mir, ich kann mich einem solchen Bild immer nur schwer entziehen und war entsprechend von Anfang an schwer begeistert von den Hamburger Spieletagen 2015. Ein guter Start, der nicht zu viel versprechen sollte.

Die Hamburger Spieletage 2015

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich auf den sechs vorherigen Hamburger Spieletagen eher mit Abwesenheit geglänzt hatte, aber dieses Mal stand der Termin vorbildlicher Weise schon seit Monaten in meinem Kalender. Meine brettspielenden Freunde hatten mich dann zwar mit faulen Ausreden wie Geburtstagen, Kurzurlauben, Fortbildungen oder Familienzeiten im Stich gelassen, aber wer alleine geht, der wird zumindest von seiner Unabhängigkeit begleitet. Leider seht ihr das aber auch an den Fotos, denn meine Handykamera ist mittlerweile hoffnungslos veraltet.

Die Spieletage bieten ihren Besuchern mehr als nur die reine Erfahrung am Brett: Schätzspiel und Quiz spannen einen kleinen Rahmen, Verlage stellen ihr Sortiment vor und Erklärer sorgen dafür, dass niemand den Tag mit Regelstudien verbringen muss. Außerdem bekommen Autoren hier die Möglichkeit, ihre Prototypen einem begeisterten und fachkundigen Publikum vorzustellen. Eine Messe im Kleinformat ist die Veranstaltung dann aber doch nicht, denn das Spielen steht ganz klar im Vordergrund. Bei meinem Besuch am Samstag konnte ich so dann auch direkt drei Spiele kennenlernen, die ich noch nie ausprobiert hatte: Die Staufer, Die Burgen von Burgund und Die Speicherstadt.

Mitspieler fanden sich schnell und noch einer kurzen Erklärung konnten wir direkt in Spiel um das hochmittelalterliche Herrschergeschlecht abtauchen. Besonders tief ging der Tauchgang dabei zwar nicht, denn der abstrakte Mechanismus ließ nicht besonders viel thematischen Tiefgang zu, aber Die Staufer konnten nach dem ersten Spiel dennoch einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Ein Spiel mit wenig Glück, einem starken strategischen Planungselement und zahlreichen verschiedenen Möglichkeiten. Besonders stach für mich die für solche Spiele unübliche kurze Spieldauer hervor und ich würde es definitiv ein zweites Mal versuchen.

Die Staufer, Hamburger Spieletage

Mit den Burgen von Burgund konnte ich dann die unrühmliche Serien beenden, noch nie ein Spiel von Stefan Feld gespielt zu haben. Und auch wenn die Optik mich nicht wirklich ansprach, ist es ein schönes, komplexes Spiel. Die Würfelmechanik gab dabei zwar immer wieder mal die Richtung vor, durch kluges Planen ließ sich das Glückselement allerdings deutlich entschärfen.

Mein einziger Kritikpunkt ist die gefühlte Beliebigkeit des Spiels. Wir alle konnten unseren Plan im Lauf des Spiels mehr oder weniger mit Gebäuden füllen, es spielte kaum eine Rolle, auf welchen Bereich ich mich zuerst konzentriert hatte, denn ein echtes Aufbauelement gab es kaum. Entsprechend knapp war dann am Ende auch der Abstand zwischen den Spielern. Vielleicht ist das ein zu frühes Urteil, aber begeistert hat mich das hochgelobte Spiel nicht. Zumindest nicht im ersten Anlauf.

Zum Ausklang gab es dann eine Reise durch Die Speicherstadt. Wieder von Feld – ich hatte einen Lauf – aber ein komplett anderes Spiel. Die Spieler versuchen Waren zu sammeln, Aufträge zu erfüllen, eventuell ein paar Gebäude aufzubauen und sich vor Bränden zu schützen. Viele Karten, ein spannender, spaßig-gemeiner Einsetzmechanismus und eine kurze Spieldauer. Die Speicherstadt ist fast schon ein Familienspiel und war mit seinem lockeren Spielprinzip der perfekte Absacker eines gelungenen Besuchs bei den Hamburger Spieletagen.

Was bleibt? Eine Empfehlung und ein Termin: Wer im Raum Hamburg wohnt, sollte am Himmelfahrtswochenende 2016 (Freitag der 06.05.2016 und Samstag der 07.05.2016 von 10-22 Uhr) vielleicht überlegen, Geburtstage, Fortbildungen, Kurzurlaube und Familientage einfach auf das folgende Pfingstwochenende zu verschieben. An diesen Tagen finden nämlich die achten Hamburger Spieletage statt und mit höchster Wahrscheinlichkeit werde ich dann zum zweiten Mal vor den Brettspielstapeln stehen und den Anblick ein wenig genießen.

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  1. Weitere ähnliche Termine im Großraum Hamburg, die man sich nicht entgehen lassen sollte:

    – 4./5.7.2015 Unicon 40 in Kiel: Rollenspielerveranstaltung mit erstmaligem großen Brettspielbereich (unicon-kiel.de/brettspiele/)

    – 3./4.10.2015 Brett XV in HH-Rahlstedt: Gleiches Prinzip wie bei den Spieletagen nur mit großem Flohmarkt und mehr Händlern (gymnasium-rahlstedt.de/design2007/index.php?datei=artikel&viewartikelid=512)

    – 5./6.3.2016 9. Bremer Spieletage: Ähnliches Prinzip wie die Hamburger Spieletage nur etwas größer: drei Ebenen. (bremerspieletage.de/)

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