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Gepostet by on 12.01.2015 in Allgemein, Strategiespiele, Thematisches Spiel | Keine Kommentare

Eclipse – New Dawn for the Galaxy

Eclipse – New Dawn for the Galaxy

Test


Meine Flotte ist abgeschnitten. Ohne Verbindung zu den Heimatkolonien treibt sie tief im Herzen des bekanntes Weltraums. Auch wenn sich mein Winkel des Alls als öder, ressourcenarmer Ort herausgestellt hat und der Start denkbar schlecht verlaufen ist, habe ich es durch die gezielte Entwicklung von Militärtechnologien geschafft, die schlagkräftigste Flotte der Galaxis zusammenbauen. Keiner meiner Gegner kann den frisch erforschten Plama-Kanonen derzeit etwas entgegensetzen – irgendwie musste es sich schließlich auszahlen, mit den Hydran Progress ein Volk von Wissenschaftlern zu führen. Doch jetzt das.

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Der letzte Vorstoß hat mich zu tief in feindliches Territorium geführt und meinem ehemaligen Verbündeten die Möglichkeit gegeben, die Flotte vom Rest meines Reiches zu isolieren. Ein verlustreicher Rückzug wäre möglich, aber um noch eine Chance auf den Sieg zu haben, muss ich meinen technologischen Vorteil jetzt nutzen. Mit dem Mute der Verzweiflung warpen sich meine Schiffe also in das Galaktische Zentrum, überlassen die gerade erst gegründeten neuen Kolonien ihrem Schicksal und versuchen einen Frontalangriff auf den erst kürzlich von den Cyborgs unter großen Verlusten eroberten Sektor. Ein Sieg in der Schlacht scheint nah, als sich plötzlich aus dem Nichts ein Schiff der Zerstörerklasse materialisiert…

Der Weltraum, unendliche Weiten


Hat jemand Lust auf ein episches Brettspiel? Ein Spiel, das die klassischen „4X-Tugenden“ – explore, expand, expolit, exterminate – in einem wunderbaren Spielfluss vereint? In dem eine explosive Mischung aus Strategie und Zufall immer wieder neue Geschichten erzählt? Dann willkommen bei Eclipse, einem Spiel, in dessen unendlichen Weiten man gerne versinkt.

Eclipse Spielplan

Eclipse – Idee und Ablauf


In Eclipse übernehmen die 2-6 Spieler die Führung einer von sieben verschiedenen Rassen, erkunden unbekannte Sektoren, besiedeln fremde und manchmal unwirtliche Planeten, erforschen verschiedenste Technologien und rüsten sich für den am Ende fast unausweichlichen großen galaktischen Krieg. Alles ganz ohne dabei über komplizierte Regeln stolpern zu müssen, denn das Spielkonzept an sich ist bei aller Komplexität auf wenige, leicht verständliche Mechanismen reduziert.

Neun Runden lang bauen die Spieler in Eclipse ihre Zivilisationen auf, das Herzstück einer jeden Runde ist dabei die Aktionsphase, in der reihum folgende Möglichkeiten zur Auswahl stehen und auch mehrfach gewählt werden können:

Erkunden – Angrenzend zu einem eigenen Schiff oder einem bereits kontrollierten Sektor kann ein neuer Bereich erkundet werden. Aus diesen hexförmigen Feldern, die neben besiedelbaren Planeten auch neutrale Kampfschiffe oder Erkundungsplättchen mit Ressourcen, Technologien oder wertvollen Upgrades enthalten können, setzt sich nach und nach das Spielfeld zusammen. Befinden sich keine neutralen Einheiten (sogenannte „Älteste“) in dem Gebiet, kann nach dem Erkunden direkt die Kontrolle übernommen, Erkundungsplättchen in Besitz genommen und Planeten kolonisiert werden – wenn noch genug aktive Kolonieschiffe vorhanden sind. Die Planeten bringen dem Spieler nun je nach Farbe steigende Einnahmen in einer der drei Ressourcenkategorien Geld, Wissenschaft oder Rohstoffe.

Einfluss – Um ein System nicht durch Erkunden oder Kampf in das eigene, aufstrebende Imperium zu integrieren, oder Gebiete fallen zu lassen, müssen Spieler die Einfluss-Aktion wählen. Bis zu zwei Einflussmarker können dabei auf dem Spielplan platziert oder bewegt werden, außerdem drehen sich zwei bereits benutzte Kolonieschiffe direkt wieder auf die aktive Seite und ermöglichen es, neue Siedler auf nicht bewirtschaftete Planeten zu schicken.

Forschung – Eclipse bietet 24 verschiedene Technologien in den Bereichen Militär, Nano und Grid, die nach und nach entwickelt werden können. Neben zahlreichen anderen Auswirkungen führen diese etwa zu neuen Möglichkeiten die eigenen Schiffe auszurüsten, vergrößern den Einfluss und geben damit mehr Aktionen pro Runde oder lassen die Spieler siegpunktträchtige Monolithen errichten. Verteilt sind diese Technologien auf 96 Plättchen, von denen vor dem Spiel und zu Beginn jeder Runde einige gezogen werden. Im weiteren Verlauf stehen diese nun gegen Aufwendung von Wissenschaft zur Entwicklung bereit.

Upgrade – Einen großen Teil seines Reizes bezieht Eclipse aus der Möglichkeit, die drei vorhandenen Schiffsklassen – Abfangjäger, Kreuzer und Zerstörer – abhängig vom Entwicklungsstand der Zivilisation völlig frei auszurüsten und aufzuwerten. Unter Zuhilfenahme von verschieden starken Schilden, Geschützen, Raketen, Antrieben, Bordcomputern, Hüllen und Energiekernen werden so die zu Anfang noch recht schwachen Schiffe zu spezialisierten, hochgerüsteten Flotten. Aber Achtung: Bessere Schiffsteile benötigen meistens auch viel Energie, außerdem ist jeder Schiffstyp durch seine Größe begrenzt. Genaues Abwägen und Reaktionen auf Strategien der Gegner sind also gefragt.

Bauen – Neben der Möglichkeit, die eigene Flotte mit Abfangjägern, Kreuzern oder Zerstörern zu vergrößern, ermöglicht diese Aktion es den Spielern, Sternenbasen zur Verteidigung eines Sektors zu errichten, oder siegpunkt- beziehungsweise ressourcenbringende Monolithen und Orbitale zu bauen – bezahlt wird das Ganze mit Rohstoffen. Während die Raumschiffe den Spielern von Anfang an zur Verfügung stehen, müssen alle restlichen Bauoptionen erst erforscht werden.

Bewegung – Die letzte Aktionsmöglichkeit ist schließlich die Bewegung. Je nach Antrieb dürfen Raumschiffe verschieden viele Sektorenfelder weit durch das All fahren. Die durch die Aktion gewonnenen Bewegungspunkte können dabei entweder alle für ein Schiff verwendet, oder auf verschiedene Gefährte aufgeteilt werden.

Eclipse - Zeit für Krieg

Ein faszinierendes Prinzip


Eclipse ist bei allem Zivilisationsaufbau und großer Strategie ein Optimierungsspiel, denn die Aktionsmöglichkeiten sind in jeder Runde durch Einfluss und Einnahmen des Volkes begrenzt. Um Aktionen durchzuführen, müssen Einflussscheiben eingesetzt werden und für jede davon steigen die Versorgungskosten des Imperiums – soweit so einfach. Da die Einflusscheiben allerdings auch für die Kontrolle über einen Sektor benötigt werden, bekommt gerade ein großes Reich schnell Finanzierungsprobleme und jede Aktion muss sehr genau abgewogen werden. Will ich diesen Sektor jetzt wirklich in Besitz nehmen, oder doch besser noch etwas entwickeln? Schnell ist man händeringend darauf bedacht, durch Kolonisierung, Orbitale, verschiedene Entwicklungen oder auch Diplomatie die Einnahmen zu erhöhen.

Diplomatie an der Oberfläche der Möglichkeiten


Wer hier an Handel, politische Einflussnahme oder gar einen galaktischen Rat denkt, ist leider im falschen Spiel, denn die Diplomatie beschränkt sich bei Eclipse auf den Austausch von Botschaftern. Ein Bündnis bringt einen nicht zu verachtenden Ressourcenvorteil, aber Vorsicht ist geboten: Wer seinem Partner in den Rücken fällt, erhält die Verräterkarte, darf keine Bündnisse mehr schließen und bekommt am Spielende Punkte abgezogen. Da es allerdings nur diese eine Karte gibt, kann man durchaus darauf spekulieren, nicht der einzige und vor allem nicht der letzte Verräter im Spiel gewesen zu sein.

Der Kampf in Eclipse – zeig mir deine Würfel!


Wenn es am Ende der Aktionsphase durch Bewegungen verschiedener Raumschiffe zu militärischen Auseinandersetzungen kommt, wird die Runde durch die Kampfphase beendet. Da hilft keine Diplomatie mehr, es sprechen nur die Waffen, oder besser die Würfel. Folgendes Grundprinzip gilt dabei: Eine Eins ist immer ein Fehlschuss, eine Sechs immer ein Treffer. Durch Bordcomputer kann die Trefferwahrscheinlichkeit erhöht, durch Schilde die des Gegners gesenkt werden.

Generell sind die von den Spielern gewählten Upgrades für den Kampf extrem entscheidend. Durch sie wird bestimmt, wie früh ein Schiff angreift, wieviel Schaden es macht oder wieviel es aushält. Kluges Upgraden, etwa um Schwachstellen in der gegnerischen Zusammenstellung zu nutzen, kann also den Ausschlag geben. Ein Wort zum Glücksfaktor: Diese Ungewissheit vor Konflikten, die jeden Kampf zu einem riskanten Manöver macht, ist meiner Meinung nach für ein Spiel wie Eclipse nicht negativ, sondern sogar das notwendige Salz in der Suppe. Ein einfacher Abtauschmechanismus wäre zwar auch möglich gewesen, hätte dem Ganzen dann aber doch deutlich Atmosphäre geraubt. So ist jede Bewegung in feindliches Territorium ein kleines Abenteuer, was dem Spielgefühl sehr zuträglich ist.

Eclipse Spielertableau


Fazit – Wie gut ist Eclipse?


Eclipse ist ein Spiel in dem man die Geschicke einer aufstrebenden Zivilisation lenken kann und so stellt sich von Anfang an dieses gewisse Kribbeln ein, wenn man in seinem einsamen Sektor mit nichts als ein paar besiedelten Planeten und einem kleinen Abfangjäger startet. Bis auf das galaktische Zentrum gibt es nur unbekannten Weltraum, der natürlich nach und nach erkundet werden will und völlig unerwartete Möglichkeiten bereithalten kann. So vergrößert sich der Einflussbereich, Planeten werden besiedelt, neue Technologien entwickelt und langsam wächst bei ausreichenden Ressourcen eine schlagkräftige Flotte heran, die schließlich Kriege führt oder Sektoren verteidigt.

Wer beim Lesen dieser Beschreibung Lust auf das Spiel bekommen hat, sollte ernsthaft über einen Kauf nachdenken, denn Eclipse macht einfach unglaublich viel richtig und ist sicher eins der besten Spiele seines Genres. Die Mechanismen greifen flüssig ineinander und von Anfang bis Ende bleiben Spaß und Tempo auf einem konstant hohen Level.

Zum Material gibt es nur ein Wort: phänomenal. Hat sich jemand beim Lesen der Regelzusammenfassung gefragt, wie ich Eclipse bei all den Details zu Beginn als auf „leicht verständliche Mechanismen reduziert“ beschreiben konnte? Die Antwort liefert das Material, denn fast jede einzelne Funktion wird durch Aufdrucke visualisiert. Ob das Schiffbauteile sind, Rohstoffeinkommen oder Siegpunkte – das Material gibt jederzeit ein klares Feedback, sodass man sich tatsächlich nur die Grundregeln merken muss. Ein großes Lob dafür. Noch dazu sorgen die schön gestalteten Spielplanteile und die Miniaturraumschiffe für das nötige Flair. Die Schachtel ist groß und schwer und der hohe Preis von gut 50€ angesichts der Materialfülle berechtigt.

Ein hoher Wiederspielreiz ist durch zwei Faktoren gegeben: Sieben verschiedene Völker mit ihren speziellen Eigenheiten und das immer wieder neue Erkunden des Weltraums. Die verschiedenen Zivilisationen sind dabei sehr gut ausbalanciert, auch wenn für eine echte Beurteilung sicher noch viel mehr Spiele notwendig wären. Von Pflanzenwesen mit Expansionsdrang bis zu kühnen Kriegern ist auf jeden Fall die nötige Vielfalt geboten. Beim Erkunden spielt der Glücksfaktor übrigens eine überraschend kleine Rolle, da man aus fast jedem Sektor seinen Gewinn ziehen kann. Wirkt es beispielsweise zu Beginn oft wie eine Blockade, wenn ein Feld durch Älteste, die neutralen Einheiten, blockiert ist, können sowohl Menschen als auch Aliens diese durch eine geschickte Kombination aus Forschung, Upgrades und Konstruktion in der zweiten Runde mit großer Sicherheit außer Gefecht setzen. Dabei sind diese Sektoren oft besonders wertvoll und man ist durch seine schlagkräftige Flotte nun für zukünftige Begegnungen gerüstet – die Siegpunkte für die Schlacht nicht zu vergessen.

Galaktischer Krieger oder friedlicher Feldherr?


Das bringt mich zur letzten Frage: Kann man Eclipse überhaupt friedlich gewinnen? Siegpunkte gibt es am Ende für besetzte Sektoren, für Ruhm aus geschlagenen (nicht gewonnenen) Schlachten, aber auch für Forschung, Monolithen, diplomatische Beziehungen oder spezielle Eigenschaften der verschiedenen Völker. Ein friedlicher Sieg ist zwar sicher nicht ganz einfach, aber durchaus möglich und konnte auch schon von mir bezeugt werden. Das heißt zwar, dass die Spielweise der Mitspieler entsprechend ausschlaggebend für den empfundenen Interaktionsfaktor ist, aber so oder so kommt es meistens spätestens in den letzten drei Runden überall auf der Karte zu kleineren Scharmützel und großen Gefechten mit einem obligatorischen Schlachtenepos rund um das Galaktische Zentrum. Es spielt also garantiert nicht jeder nur für sich dahin, überzeugte Pazifisten könnten aber eventuell angesichts der futuristischen Konfliktlösungsstrategien entsetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

Jedem Spieler, der große Strategie mit einem guten Thema mag und für den sowohl ein stark beeinflussbarer Glücksfaktor in Kämpfen als auch Erkundungsreize positive Faktoren sind, kann ich Eclipse nur ans Herz legen. Meiner Meinung nach ist es ein wirklich großartiges Spiel, das nicht umsonst in den Top 10 vieler Spielerankings steht.

Hat dir diese Rezension gefallen? Sag uns gerne in den Kommentaren deine Meinung – wir freuen uns riesig über Lob, Anregungen und Kritik.

Eclipse - New Dawn for the Galaxy

Eclipse - New Dawn for the Galaxy
9.5

Strategie/Taktik

8/10

    Interaktion

    7/10

      Anleitung/Material

      10/10

        Spielspaß

        10/10

          Pro

          • - Episches Strategiespiel mit Sciene-Fiction-Atmosphäre
          • - Hochinteressantes Upgrade-System
          • - Forschung, Erkundung, Entwicklung und Kampf als zentrale Mechanismen
          • - Großartiges Material mit zahllosen erklärenden Abbildungen
          • - Sieben verschiedene Völker und ein immer neuer Spielplan sorgen für Abwechslung

          Contra

          • - Glücksfaktor in Kämpfen und beim Erkunden kann das Zünglein an der Waage sein
          • - Bei passiver Spielweise wenig Interaktion
          • - Diplomatie bleibt recht oberflächlich

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