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Gepostet by on 13.12.2014 in Allgemein, Deckbuilding, Familienspiele, Kartenspiele | Keine Kommentare

Dominion

Dominion

Test


Dominion ist ein Phänomen. Im Jahr 2008 erschienen, wurden mittlerweile acht Erweiterungen herausgebracht. Es gibt eine Online-Variante und in Turnieren werden regionale und nationale Meisterschaften ausgetragen. Gleichzeitig ist es das einzige Spiel, das es in diesem Jahrtausend geschafft hat, mit dem Spiel des Jahres und dem Deutschen Spielepreis die beiden wohl begehrtesten Auszeichnung der Branche zu gewinnen und damit sowohl Gelegenheits- als auch Vielspieler zu begeistern. Das Spiel traf mit seinem flüssigen, schnellen Mechanismus offensichtlich einen Nerv.

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Dominion – Was für eine Welt!


Dominion ist in seinem Spielgefühl trotz fehlenden Spielplans eine Art Mischung aus Karten- und Brettspiel. Als bekannter Vertreter des sogenannten Deckbuildings geht es darum, den eigenen Kartenvorrat aus verschiedenen möglichen Karten möglichst optimal und sinnvoll zusammenzustellen, um die unterschiedlichen Aktionen zu durchschlagenden Kombinationen zu verketten. Dabei entführt das Setting die Spieler in der Rolle konkurrierender Fürsten in eine friedlich-bunte Mittelalteridylle. Wunderschön gezeichnete Dörfer, Holzfäller und Bergleute wandern in den Vorrat der Mächtigen, um nach und nach dessen Königreich mit siegpunktträchtigen Herzogtümern und Provinzen zu bestücken. Aber wehe dem, der zu früh auf Siegpunkte setzt…

Das Spielprinzip


Jeder Spieler beginnt eine Partie Dominion mit zehn Karten in seinem Deck, hauptsächlich relativ wertloses Kupfer und ein paar Siegpunkte. Mit diesen bescheidenen Mitteln gilt es, ein Königreich aufzubauen, das sich sehen lassen kann. Vor jedem Zug zieht der Spieler dafür fünf Karten von seinem verdeckten Kartenstapel, mit denen er nun Aktionen durchführen kann. Dabei gibt es drei unterschiedliche Typen von Karten:

Geldkarten
Kupfer, Silber und Gold. Geld ist auch in der Welt von Dominion der Schlüssel zu Ruhm und Reichtum und wird dafür benötigt andere Karten zu erwerben. Kupfer hat dabei eine Wertigkeit von eins, Silber von zwei und Gold von drei. Die mit einem Preis von acht teuerste Karte im Spiel, die Provinz, kann entsprechend beispielsweise mit zwei Gold und einem Silber bezahlt werden. Auch das Geld selbst muss übrigens erst erworben werden.

Punktekarten
Am Ende des Spiels entscheiden sie über Sieg und Niederlage, im Spiel selbst möchte man bei ihrem Anblick allerdings nicht selten laut fluchen. Punktekarten haben – zumindest im Dominion-Basisspiel – keinerlei Funktion, aber da sie wie alle anderen Karten beim Kauf im Kartenvorrat landen, wandern sie immer wieder auf die Hand des Spielers. Dort sind sie dann allerdings völlig nutzlos und rauben damit für diese Runde Aktionsmöglichkeiten. Wer also fünf Punktekarten auf einmal auf der Hand hat, kann seinen Zug damit direkt beenden.

Königreichkarten
Geld und Punkte – soweit so bieder. Aber bei den Königreichkarten wird es dann richtig interessant. Insgesamt fünfundzwanzig verschiedene Karten bietet das Spiel, je zwanzig davon befinden sich in der Schachtel. Da jede Partie Dominion allerdings nur zehn der fünfundzwanzig Karten nutzt gibt es schon im Basisspiel eine schier unendliche Anzahl möglicher Kombinationen, denn jede Karte bietet einen einzigartigen Effekt.

Der Spielplan

Ablauf eines Spielzugs


Grundsätzlich sieht die Regel vor, dass jeder Zug aus drei Teilen besteht: Eine Königreichkarte wird gespielt, ein Kauf durchgeführt (für den ich alles Geld einsetzen darf, das ich auf der Hand habe) und schließlich alle gespielten und nicht gespielten Handkarten zusammen mit der gekauften Karte auf den Ablagestapel gelegt. Ist der Nachziehstapel aufgebraucht, wird die Ablage neu gemischt und die Karten wandern wieder auf die Hand. Die Königreichkarten können diesen Ablauf allerdings verändern.

Spaßiger Aktionismus im Mittelalter


Einige Karten erlauben mir beispielsweise das Nachziehen oder Ausspielen weiterer Karten. Andere geben mir die Möglichkeit, in der Kaufphase mehr als nur eine Neuanschaffung zu tätigen, oder stellen mir nur für diese Runde sogenanntes „virtuelles“ Geld zur Verfügung. Wieder andere werten beispielsweise Geldkarten direkt auf, machen aus Silber also Gold, oder zwingen die Mitspieler dazu, Handkarten abzuwerfen.

So schickt die Hexe einen Fluch auf die Hand aller Konkurrenten, eine nervige Punktekarte mit negativem Wert. Der Thronsaal erlaubt eine mächtige Doppelaktion und für das Ausspielen der Werkstatt darf man sich eine Karte mit einem Wert von bis zu vier aussuchen. Das Dorf lässt die Spieler eine Karte nachziehen und zwei weitere Aktionen durchführen und wer auf den Marktplatz geht, findet in dessen buntem Treiben irgendwie von allem etwas.

Es fällt nicht schwer, sich die Kombinationen vorzustellen, die mit den unterschiedlichen Karten gespielt werden können. Einige Dominion-Decks enthalten teilweise derart viele Karten mit Aktions- und Nachzieheffekten, dass sie in einem einzigen Zug fast durchgespielt werden können. Andere reihen zwar vielleicht nicht unbedingt Karte an Karte, aber sind in ihrem Ansatz mindestens genauso effektiv. Es geht dabei vor allem darum, Karten zu kaufen, die sich sinnvoll ergänzen und ab einem gewissen Punkt dafür sorgen, dass praktisch jede Runde eine weitere Provinz in den Vorrat wandert. Das Spiel ist zuende, wenn entweder drei beliebige Kartenstapel, oder der Stapel mit den Provinzen leergekauft sind.

Wie viel Glück steckt in Dominion?


Alle Karten werden verdeckt vom Stapel gezogen, Lust und Frust liegen hier also teilweise dicht beeinander, aber trotzdem ist Dominion alles andere als ein Glücksspiel. Dadurch, dass die Spieler völlig frei über die Zusammensetzung ihres Decks bestimmen können, nehmen sie erheblichen Einfluss darauf, welche Karten sich schließlich in ihre Hand verirren können. Neben der eigenen Strategie, die in jedem Spiel dank der variablen Ausgangslage neu zurechtgelegt werden muss, können aggressive Aktionen der Mitspieler auch dazu zwingen, das eigene Spiel anzupassen. Das heißt, dass man einerseits eine klare Linie verfolgen, aber gleichzeitig flexibel bleiben muss.

Aufmachung und Material


Die Karten sind wirklich schön gezeichnet und haben damit sicherlich einen nicht unerheblichen Anteil am Erfolg des Spiels. Man kehrt einfach immer wieder gerne in die Welt von Dominion zurück und entdeckt dabei immer neue Details in den Karten, die gleichzeitig so hochwertig sind, dass sie eigentlich nie verknicken. Die Anleitung ist dabei gut geschrieben und fasst die einfachen Regeln übersichtlich zusammen. Sehr schön auch, dass jede einzelne Karte am Ende noch eine separate Erklärung erhält.


Das Fazit – Dem Phänomen Dominion auf der Spur


Dominion spielt sich unglaublich flüssig – jede Runde eröffnet neue Strategien und jede Strategie ein neues Spielgefühl. Der spannende Mix aus Planung und Glück, das Setting im Mittelalter und die Grundidee, die sowohl Freunde anspruchsvoller Brettspiele, Fans von Kartensammelspielen und Familien wieder und wieder am Spieletisch vereinen konnte, haben eins der erfolgreichsten Spiele dieses Jahrtausends geschaffen. Dass eine Partie Dominion nach einer halben Stunde beendet ist und somit auch schnell zwischendurch gespielt weden kann, tut dem sicherlich keinen Abbruch.

Ob Taktiker oder Glücksritter, irgendwie wird fast jeder von diesem Spiel angesprochen und damit darf es eigentlich in kaum einer Spielesammlung fehlen. Dazu sind einige der Erweiterungen sehr gelungen und sorgen dafür, dass das Spielprinzip lange frisch bleibt und Dominion immer wieder hervorgeholt wird. Ach, für eine Runde haben wir noch Zeit…

Hat dir diese Rezension gefallen? Sag uns gerne in den Kommentaren deine Meinung – wir freuen uns riesig über Lob, Anregungen und Kritik.

Dominion - die Wertung

Dominion - die Wertung
8

Strategie/Taktik

7/10

    Interaktion

    6/10

      Anleitung/Material

      9/10

        Spielspaß

        8/10

          Pro

          • - Schöner Deckbaumechanismus
          • - Jedes Spiel durch zufällige Kartenwahl anders
          • - Kurze Spieldauer

          Contra

          • - Interaktivität schwankt mit der Kartenauswahl
          • - Reine Geldkaufstrategie bei unerfahrenen Spielern sehr stark

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