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Gepostet by on 26.01.2015 in Allgemein, Familienspiele, Kartenspiele | Keine Kommentare

Bohnanza

Bohnanza

Test


Wer denkt, Bohnenbauern wären friedliche Menschen, die sich im Sommer auf ihre Hanfdecke legen um den kleinen Hülsenfrüchten im Garten Geschichten von Riesen und Zauberbohnen vorzulesen, hat noch nie Bohnanza gespielt. Eisenharte Verhandlungen und maximale Profitgier prägen dort die Entscheidungen – denn mit Essen spielt man ja bekanntlich nicht. Warum es trotzdem immer wieder großen Spaß macht, die abgedreht gezeichneten Bohnensorten anzubauen, klärt diese Rezension.

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Darum geht es


Drei bis fünf Bohnenbauern kämpfen in Bohnanza um Ruhm und Taler. Dabei gilt es, Bohnensorten möglichst gewinnbringend anzubauen und vor allem den Moment zur Ernte selbst zu bestimmen. Denn wer nicht aufpasst, muss sein heißgeliebtes Gemüse immer schon vom Acker holen, bevor es tatsächlich etwas wert ist.

Wie bei einem Kartenspiel zu erwarten, gibt es bei Bohnanza kein Spielbrett, dafür aber umso mehr bunte, schrille oder gemütliche Bohnensorten, die auf 104 Spielkarten zeichnerisch zum Leben erweckt wurden. So starten die Spieler das Spiel mit nichts als fünf Bohnenkarten in der Hand und großen Plänen für Wachstum im Kopf.

Bohnanza Spiel

Bohnanza in Kurzform


Der Zug eines Spielers läuft dabei in zwei Schritten ab: Zunächst muss er die erste Bohnenkarte auf seiner Hand auf einem seiner Felder anbauen, eine zweite Karte darf, muss aber nicht abgelegt werden. Bohnen dürfen dabei nur auf Karten des gleichen Typs gelegt werden, Mischfelder sind nicht erlaubt. In der nächsten Phase deckt er schließlich zwei Karten vom Nachziehstapel auf, die für seinen Zug nun die Handelsgrundlage darstellen. Wenn er will, kann er die Karten einfach direkt auf den eigenen Feldern anbauen, er kann sich aber auch die – selbstverständlich – lukrativen Angebote seiner Mitspieler anhören.

Es lebe der Bohnenbazar


Der Handel ist das absolut Herzstück von Bohnanza und ich kenne eigentlich (Partyspiele einmal außen vor gelassen) kaum ein Spiel, in dem Interaktion so wichtig ist wie hier. Denn in dem Moment, in dem die beiden Karten aufgedeckt wurden, können alle Spieler mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Karten handeln – mit der einzigen Einschränkung, dass der Spieler, der gerade an der Reihe ist, immer ein Teil des Deals sein muss.

So werden also wie wild Karten getauscht und mehr oder weniger sinnvolle Transaktionen vollzogen, Bohnanza kennt weder das Wort Stille noch die Bedeutung von Solitaire. Kommunikation ist Trumpf und wenn der Handel, der dem einen vorschwebt, vielleicht nicht besonders gut für den anderen ist, liegt die hohe Kunst darin, ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Bleibt eine der offengelegten Karten übrigens ohne neuen Besitzer, muss diese – wie die Karte zu Zugbeginn – vom aktiven Spieler angebaut werden. Nach der Handelsphase zieht der aktive Spieler noch drei Karten und beendet damit seinen Zug.

Drei Regeln mit Folgen


Drei einfache Grundregeln sorgen dafür, dass die Spieler geradezu zum Handeln gezwungen werden und schaffen mit all ihrer Schlichtheit die perfekten Bedingungen für den großen Bohnenbazar. Zum einen ist das die Begrenzung der Bohnenfelder. Zwar kann im Laufe des Spiels ein drittes Bohnenfeld erworben werden, aber auch dann steht man oft vor einem Anbauproblem – womit wir bei Regel Nummer zwei angekommen wären: Dem Ernteverbot für kaum bebaute Felder. Denn ein Acker, auf dem erst eine Bohne sprießt, darf aus ökologisch natürlich völlig nachvollziehbaren Gründen nicht geleert werden. Die einzige Ausnahme von dieser Regel ist eine Situation, in der kein Acker von mehr als einer Bohne geziert wird.

Eine dritte Regel führt schließlich dazu, dass durch das angesprochene Ernteverbot oftmals das Ende eines lang gehegten und gepflegten Bohnenfeldes droht: Das Verbot, die Kartenreihenfolge zu ändern. Bohnen müssen immer genau so in der Hand behalten werden, wie sie aufgenommen wurden. Das bedeutet, dass jeder Spieler ein großes Interesse daran hat, zu Beginn seines Zuges eine Karte vorne liegen zu haben, die er auch anbauen kann – voila, dem Handel sind damit Tür und Tor geöffnet.

Bohnanza im Test

Die Bohnen und das liebe Geld


Die 104 Spielkarten reichen von der wertvollen Gartenbohne bis zur dann doch eher auf Ramschniveau eingestuften Blauen Bohne. Je nach Wertigkeit sind die Karten allerdings verschieden häufig im Spiel, was die erlesenen Bohnen zu recht seltenen Gästen macht und dem Sammeln günstigen Gemüses einiges an Sinn verleiht. Der Bohnenanbau funktioniert in Bohnanza dabei nach dem immer gleichen Prinzip: Bis zu einem Verkaufswert von einem Taler müssen verhältnismäßig viele Karten auf dem Feld liegen, zwischen drittem und viertem Taler ist der Sprung dafür extrem gering. Geerntet werden kann übrigens jederzeit, auch wenn der Spieler gar nicht an der Reihe ist. Wenn der Nachzugstapel ein drittes Mal durchgespielt ist, endet das Spiel.

Fazit – wie gut ist Bohnanza?


Bohnanza macht Spaß. Immer wieder. Auch wenn das Spielprinzip keine große Abwechslung ermöglicht, definiert sich das Spiel vor allem über die Interaktion am Tisch. Das kann natürlich in der falschen Runde bedeuten, dass der Spaßfaktor entschieden sinkt, wobei Bohnanza eigentlich allein durch die fröhlichen Zeichnungen alles dafür tut, schlechte Stimmung zu verhindern. Wenn man sich einmal aufregt, dann doch meistens eher über diesen einen wahnsinnigen Deal, der gerade über den Tisch geht und doch nur einem der beiden etwas bringt. Und der hat dann ja quasi praktisch schon gewonnen und überhaupt ist das alles nicht logisch. Das hält dann an, bis man aus dem nächsten Handel selbst als lachender Bohnenkrösus hervorgeht.

Viel Taktik gibt es nicht, höchstens ein gutes Gespür für die richtige Situation. Sammeln etwa schon zwei Spieler Saubohnen, sollte man nicht zum dritten im Bunde werden – oder muss sich auf harte Konkurrenz am Verhandlungstisch einstellen. Wer sich hingegen als einziger einer bestimmten Sorte zuwendet, kann immer wieder mit Geschenken der Mitspieler rechnen.

Es gibt diese Spiele, die einfach immer wieder auf den Tisch kommen. Sie sind meistens nicht zu komplex, schnell aufgebaut und ebenso schnell gespielt – klassische Familienspiele eben. Bohnanza fällt exakt in dieses Genre und garniert die erfolgreiche Rezeptur noch mit je einer Extraportion Interaktion und Kommunikation. Wer also Verhandlungsspiele mag und sich eigentlich schon immer mal als Bohnenbauer versuchen wollte, kann mit Bohnanza – vor allem für den Preis von 7-8€ – absolut nichts falsch machen. Und wer dann noch nicht genug hat, darf sich gerne an einer der zahllosen Erweiterungen versuchen.

Hat dir diese Rezension gefallen? Sag uns gerne in den Kommentaren deine Meinung – wir freuen uns riesig über Lob, Anregungen und Kritik.

Bohnanza - Ich glaub' es hackt!

Bohnanza - Ich glaub' es hackt!
7

Strategie/Taktik

3/10

    Interaktion

    10/10

      Anleitung/Material

      8/10

        Spielspaß

        7/10

          Pro

          • - Ein Fest für Freunde interaktiver, kommunikativer Spiele
          • - Dank kurzer Spieldauer und einfacher Regeln für jeden Spielertyp zugänglich
          • - Vorausschauendes Handeln wird belohnt
          • - Stimmige Bohnenzeichnungen
          • - Preis/Leistung

          Contra

          • - Spielspaß hängt davon ab, wie die Interaktion in der Runde funktioniert
          • - Wenig Abwechslung

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