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Gepostet by on 13.04.2015 in Allgemein, Familienspiele, Strategiespiele | Keine Kommentare

7 Wonders

7 Wonders

Spiel im Test


Nur die Pyramiden von Gizeh sind uns von den ehemals sieben antiken Weltwundern geblieben, aber bis heute umweht die sagenumwobenen Bauwerke der Hauch des Mythischen. Die gigantische Helios-Satue in Rhodos, die hängenden Gärten von Babylon oder auch der Leuchtturm von Alexandria – sie alle wurden wieder und wieder als Thema in Erzählungen, Romanen, Bildern oder Filmen aufgegriffen. Kaum vorstellbar also, dass mit 7 Wonders erst 2010 ein Brettspiel zu diesem Thema auf der Markt kam.

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Die Ausgangslage


Jeder der bis zu sieben Spieler erhält die Kontrolle über eine der antiken Städte, in denen die Weltwunder vor Jahrtausenden gebaut wurden. In drei Zeitaltern über je sechs Runden müssen sie diese Stadt nun ausbauen, Prestigebauten errichten, Handel, Militär und Wissenschaft fördern – und natürlich nebenbei versuchen „ihr“ Weltwunder fertigzustellen. All diese Aktionen werden durch das Ausspielen von Karten durchgeführt, von denen jeder Spieler zu Beginn eines Zeitalters sieben auf der Hand hält.

7 Wonders Brettspiel

Das Spielprinzip


7 Wonders zeichnet sich durch ein extrem flüssiges, schnelles Prinzip aus, bei dem jeder Spieler seinen Zug gleichzeitig durchführt. Eine Runde läuft folgendermaßen ab:

  • Jeder Spieler wählt einer der Karten auf seiner Hand und spielt sie verdeckt aus
  • Alle Spieler führen mit der gewählten Karte gleichzeitig eine Aktion aus
  • Die restlichen Handkarten werden an den Nachbarn weitergereicht, je nach Zeitalter in unterschiedlicher Drehrichtung

Nach der sechsten Runde ist das Zeitalter beendet und die jeweils letzte Karte kommt auf den Abfallhaufen.

Die Karten und ihre Bedeutung


Damit eine Stadt zu einer antiken Metropole werden kann, benötigt sie zunächst Ressourcen, mit denen dann wiederum Prachtbauten, Karawansereien, Häfen oder Akademien gebaut werden. Dieser Prozess wird in 7 Wonders komplett durch die Handkarten abgebildet, auf denen verschiedenste Bauwerke zu sehen sind. Die unterschiedliche farbliche Umrandung ordnet diese Bauten dabei direkt einer von sieben Kategorien zu. Braune Gebäude wie Steinbrüche oder Bergwerke stehen etwa für die Rohstoffproduktion einer Stadt, grüne für Wissenschaft und Forschung oder rote für die militärische Macht. Neben unglaublich stimmungsvollen Bildern enthalten die Karten Informationen über ihre Funktion und ihre Baukosten, jeweils in übersichtlichen Grafiken festgehalten.

7 Wonders - Spiel im Test

Baumeister und Händler


Wurde eine Karte ausgespielt, stehen dem Spieler drei verschiedene Aktionen zur Verfügung: Er kann die Baukosten für das Gebäude bezahlen und es in seiner Stadt ablegen, die Karte für drei Münzen auf den Ablagestapel legen, oder sie als Weltwunderausbau unter seinen Stadtspielplan schieben. Nach und nach wachsen die Städte so zu im wahrsten Sinne des Wortes farbenfrohen Orten heran, während die Weltwunder nach und nach Gestalt annehmen.

Insbesondere im ersten Zeitalter sind noch einige Gebäude kostenlos, das betrifft vor allem die meisten Rohstoffbetriebe. Viele können außerdem ohne jede Kosten errichtet werden, wenn ein bestimmtes anderes Bauwerk aus dem vorherigen Zeitalter in der Stadt liegt. Im Normalfall müssen allerdings genügend Ressourcen vorhanden sein, bevor die Bauarbeiter ein Werk vollenden können. Zunächst kontrolliert ein Spieler dafür die Produktion seiner Stadt: Wird alles Benötigte in den eigenen Mauern hergestellt, kann das Gebäude ohne Umwege in die Stadt gelegt werden – andernfalls wird es Zeit für eine Handelsreise.

Das Prinzip der Nachbarschaft


Interaktion wird in 7 Wonders komplett über die Sitzreihenfolge geregelt, denn die Städte der Tischnachbarn stehen auch im Spiel in direkten Beziehungen. Entsprechend darf nur mit den Nachbarn gehandelt werden und auch militärische Konflikte beschränken sich auf den so gesteckten Rahmen. Wer allerdings wortreiche Debatten um Angebot und Nachfrage erwartet, muss enttäuscht feststellen, dass der Handel wohl selten so passiv umgesetzt wurde wie in 7 Wonders.

Produziert ein Nachbar eine Ressource, die ich benötige, gebe ich ihm zwei Münzen und darf sie nun in diesem Zug mitbenutzen – und das war tatsächlich alles. Weder fehlt dem Handelspartner die Ressource in dieser Runde, noch gibt es eine Verhandlung. Der Deal kann nicht einmal verhindert werden. Natürlich, 7 Wonders wäre sonst ein anderes Spiel, würde etwa deutlich länger dauern, aber tatsächliche Interaktion gibt es kaum. Ausnahmen finden sich nur in der Möglichkeit, eine Karte extra auszuwählen, damit sie nicht beim Nachbarn ankommt, und im militärischen Wettrüsten.

7 Wonders Test

Krieg und Frieden


Nach jedem der drei Zeitalter wird die militärische Stärke aller benachbarten Städte miteinander verglichen, jeder Spieler trägt also zwei Konflikte gleichzeitig aus. Für einen Sieg gibt es nach dem ersten Zeitalter einen, nach dem zweiten drei und nach dem dritten Zeitalter fünf Siegpunkte. Eine Niederlage bringt hingegen einen Strafpunkt ein. Wer also auf Militärgebäude setzt, zwingt seine Nachbarn dazu, entweder selbst in den Krieg zu ziehen, oder die Strafe hinzunehmen, während ein Wettrüsten im Endeffekt nur gut für alle unbeteiligten Spieler ist.

Nach diesem Prinzip werden in 7 Wonders über die Spieldauer einige Entscheidungen getroffen: Produziert etwa keiner meiner Nachbarn eines der für alle späteren Gebäude wichtigen Manufakturprodukte, sollte ich angesichts der fehlenden Handelsmöglichkeiten zusehen, die jeweiligen Karten selber auszuspielen. Auch Märkte, die den Handel mit einem Spieler vergünstigen, beeinflussen die Konkurrenten, indem diese künftige Geld- und Warenströme vorhersehen und entsprechende Karten ausspielen können. So spielt zwar einerseits jeder vor sich hin, andererseits ist es absolut ratsam, die Mitspieler nicht aus den Augen zu lassen und genau darauf zu achten, was für Gebäude sie in ihre Stadt gelegt haben. Denn bei aller Nachbarschaft kann am Ende doch nur einer das Spiel gewinnen.

Spielende und Siegpunkte


Am Ende des dritten Zeitalters, also nach der seit Spielbeginn insgesamt 18. gespielten Karte, ist 7 Wonders beendet. Nach den letzten Militärkonflikten kommt es zu einer finalen Wertung, in der es in sieben Kategorien Siegpunkte gibt – die Zahl zieht sich durch das gesamte Spieldesign. Neben den Militärpunkten bringen Münzen, Handelsgebäude, Forschungsfortschritt, Prachtbauten, spezielle Gilden und natürlich die titelgebenden Wunder die Spieler dem Sieg näher.

Das Auge spielt mit


Direkt bei meiner erste Partie hatte mich das Spiel ehrlich gesagt schon durch seine Optik überzeugt, denn neben den extrem schön anzuschauenden Karten sind auch die sieben Spielpläne der verschiedenen Städte echte Hingucker. Ich gebe es zu: Das Aussehen eines Spiels ist für mich ein wichtiger Atmosphäre-Faktor und 7 Wonders kann in dieser Hinsicht voll punkten. Wenn die Stadt nach und nach wächst und Karte für Karte abgelegt wird, dann sieht das einfach nur gut aus. Auch das Material fühlt sich hochwertig an – feste Karten, dicke Pappe bei Spielplänen, Münzen und Militärmarkern. Ein großes Lob an Verlag und Designer.

7 Wonders - Brett- oder Kartenspiel?

Fazit – Wie gut ist 7 Wonders?


Nicht umsonst wurde 7 Wonders 2011 mit dem damals neu geschaffenen Preis als Kennerspiel des Jahres ausgezeichnet und auch der renommierte Deutsche Spielepreis wurde dem Spiel nicht zufällig verliehen. Es macht einfach Spaß – es sieht toll aus, es spielt sich unglaublich flüssig und macht auch an vielen anderen Stellen verdammt viel richtig. Völlig verschiedene Strategien können zum Sieg führen und auch wenn es vom Glück abhängt, mit welchen sieben Handkarten man in ein Zeitalter startet, spielen Beobachtung und strategische Planung doch eine große Rolle.

Je besser die Spieler alle Karten kennen, desto größer wird natürlich der Anteil der Planung. Gleichzeitig steigt der Glücksfaktor mit der Spielerzahl, denn bei sieben Spielern hat man die gleichen Karten nie mehrmals in der Hand, während die Rotation etwa bei drei Spielern dafür sorgt, dass ein gutes Gedächtnis belohnt wird.

Für weiteren Wiederspielreiz sorgen die verschiedenen Weltwunder, die normalerweise Siegpunkte bringen, aber in der zweiten Ausbaustufe jeweils etwas anderes freischalten. So produziert etwa Alexandria nach dem Ausbau jede Runde einen beliebigen Rohstoff, während Ephesos sich direkt neun Münzen nehmen darf. Wer noch mehr Abwechslung möchte, kann die doppelt bedruckten Stadtspielpläne auch einfach auf die B-Seiten drehen, auf denen sich die verschiedenen Wunder deutlich mehr voneinander unterscheiden. Jede der Städte erfordert und ermöglicht dadurch gerade auf der B-Seite eine andere Strategie.

Ja, direkte Interaktion gibt es wenig, es ist kaum möglich, die Mitspieler zu blockieren und der Handel verdient bloß auf dem Papier seinen Namen. Nichtsdestotrotz ist 7 Wonders ein Spiel, das man gespielt haben sollte. Ein Hybrid aus Karten- und Brettspiel an der Schnittstelle zwischen Strategie- und Familienspiel, das genau die richtige Mischung aus Entspannung und Grübeln für zwischendurch bietet. Nebenbei ist noch wunderschön designt – und in bloß 30-45 Minuten beendet.

Seit ich es besitze, gehört 7 Wonders zu meinen meistgespielten Brettspielen und im Endeffekt ist es neben aller Theorie doch diese Kategorie, in der sich ein Spiel wirklich auszeichnet. So heißt dann auch hier die finale Wertung: Absolut empfehlenswert.

Hat dir diese Rezension gefallen? Sag uns gerne in den Kommentaren deine Meinung – wir freuen uns riesig über Lob, Anregungen und Kritik.

7 Wonders

7 Wonders
8.5

Strategie/Taktik

6/10

    Interaktion

    4/10

      Anleitung/Material

      10/10

        Spielspaß

        9/10

          Pro

          • - Wunderschöne Optik
          • - Extrem schnelles, flüssiges Spielprinzip
          • - Verschiedene Wunder sorgen für Abwechslung
          • - Tolle Mischung aus Leichtigkeit und Komplexität

          Contra

          • - Die Qualität der Karten könnte besser sein
          • - Kaum direkte Interaktion

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